Wakeboard-Weltmeisterin Julia Rick im Interview

Das Team von Wakeboard-test möchte vorab Julia Rick für das Interview danken.
Die aktuelle und amtierende WWA Weltmeisterin PRO Woman, Europameisterin 2015 sowie World CUP Gewinnerin 2015.

Julia Ricks Erfolge im Detail

  • Weltmeister Junior Ladies 2012
  • Deutscher Meister Junior Ladies 2012
  • 3 x WWA Weltmeister PRO Women 2013, 2014 & 2015
  • World Cup Winner 2015
  • IWWF Vize Weltmeister Open Ladies 2014
  • 3 x Europameister Open Ladies 2013 & 2014 & 2015
  • 3 x Deutscher Meister Open Ladies 2013, 2014 & 2015

Julia-Rick-Interview- Wakeboard-test


Julia wie bist du zum Wakeboarden gekommen?

Ich habe in einem Zeitungsartikel von der noch relativ neu erbauten Wakeboardanlage in Brühl am Bleibtreusee erfahren und habe daraufhin zuerst einmal Wasserski und anschließend Wakeboarden ausprobiert. Ich war sofort fasziniert von diesem Sport und wusste, „das ist genau mein Ding ! “ 🙂

Wer hat dich angesteckt;), den Boardsport zu lieben

Wie gesagt, ich habe Wakeboarden einfach selbst einmal ausprobiert und von daher hat mich nicht jemand anderes erst anstecken müssen. Mich hat der Sport an sich sozusagen sofort „infiziert“.

Dein Weg seit 2010 liest sich wie ein Bilderbuch von Erfolgen.
War es von Anfang an dein Ziel so wie Phönix aus der Asche zu starten?

Bevor ich Wettkämpfe mitgefahren bin habe ich natürlich die Wakeboardszene und das fahrerische Level bereits etwas beobachtet, um meine Chancen realistisch einschätzen zu können. Ich wollte daher erst an Wettkämpfen teilnehmen, als ich mein Können als ausreichend für einen Podiumsplatz angesehen hatte. Somit habe ich mich dann 2012 entschieden, an den ersten Wettkämpfen teilzunehmen. Dass meine erste Wettkampfsaison (2012) aber gleich so erfolgreich verlief (Gewinn der Deutschen Meisterschaft und Weltmeisterschaft) hatte ich jedoch nicht erwartet!

Gab es in deiner Startphase ein Vorbild zu der / dem du aufgeschaut hast?

Ich habe mir damals bereits sehr viele Wakeboard Videos angeschaut und Wettkämpfe nachverfolgt. Vorbilder waren auf jeden Fall weltbekannte Fahrer wie z.B. Nick Davies oder Lior Sofer, von denen ich mir heute noch Techniken für neue Tricks abschaue.

Wer unterstützte dich in der ersten Zeit am meisten?

Besonders in der Anfangsphase, als ich noch keine oder nur wenige Sponsoren hatte, haben mich meine Eltern am meisten unterstützt und tun es heute noch, sei es finanziell oder einfach dadurch, dass sie bei Wettkämpfen mit dabei sind, wofür ich natürlich sehr dankbar bin. Zum Glück unterstützen mich heute aber auch ein paar Sponsoren, ohne die ich meinen Sport nicht auf dem Level ausüben könnte.

Julia wie kommt es, dass man vom Fußballplatz zum Wakeboard wechselt? War dir Fußball auf Dauer zu langweilig?

Als ich das erste Mal auf einem Wakeboard stand, war ich war sofort „hin- und weg“ und hatte eine neue Leidenschaft entdeckt. Bis 2012 habe ich aber vorrangig nur Fußball gespielt und war nur unregelmäßig an der Wakeboardanlage. Das Fußballspielen beim 1.FC Köln in der 2. Bundesliga hatte da noch ganz klar Priorität und für ein anderes Hobby blieb nur wenig Zeit. 2012 musste ich mich dann zwischen Wakeboarden und Fußball entscheiden, da ich Wakeboarden professionell betreiben und Wettkämpfe bestreiten wollte und beide Sportarten auf einem professionellen Niveau nicht möglich sind. Ich habe mich für das Wakeboarden entschieden und mit Fußball komplett aufgehört, zurückblickend war das genau die richtige Entscheidung! Zu der Entscheidung fürs Wakeboarden haben verschiedene Dinge beigetragen. Man bekommt einfach eine bessere Rückmeldung für die eigene Leistung. Wenn man hart trainiert, zeigt sich das relativ schnell in Wettkampferfolgen, was beim Fußball nicht unbedingt der Fall ist, da man nicht nur von sich selbst, sondern von vielen anderen Faktoren abhängig ist. Abgesehen davon ist Wakeboarden wirklich meine Leidenschaft und jeder Moment auf dem Wasser macht mir einfach nur Spaß!!

2012 bist du dann schon Deutsche Meisterin und auch Junioren Weltmeisterin geworden, netto sind das nur 1,5 Jahre inkl. Vorbereitung. -> „Board ab dafür;-)“ .
Wer steckt hinter so einer starken Persönlichkeit?

Ich denke, dass ich eine Person bin, die sehr hart und fokussiert für ihre Ziele und Träume arbeitet. Ich bin sehr ehrgeizig und da ich von Anfang an mit so einer immensen Leidenschaft an diesem Sport dabei bin, habe ich es geschafft, in solch einer kurzen Zeit an die Spitze zu gelangen. Neben einem gewissen Talent ist ein großer Trainingsfleiß natürlich sehr wichtig, gerade wenn man keinen Trainer hat und alles selbst organisieren und planen muss.

Wir kennen das sicherlich alle, man hat Erfolg und dann kommt der Punkt in dem es eigentlich nicht mehr so…. steil nach oben geht. Julia, wie motivierst du dich oder besser gesagt was treibt dich an immer besser zu werden?

Besonders treiben mich meine ungebremste Leidenschaft und der Spaß an diesem Sport an. Zudem bin ich wie gesagt sehr ehrgeizig und möchte einfach immer die beste sein. Das motiviert mich sehr hart zu trainieren und über meine Grenzen zu gehen.

Ich beherrsche momentan einige Tricks, die keine andere Frau kann, wie z.B. den Raley 5, Backmobe 5, Frontmobe, KGB oder den 90210 (Toeside Raley 360)

Alle Tricks sind übrigens in meinem letzten kleinen Clip zu sehen:
Julia Rick Video
mittlerweile über 51.000 Views. Das spornt mich natürlich auch an, immer wieder neue Tricks zu lernen und damit nicht nur mein Level, sondern das Level von Frauen im Wakeboarden allgemein zu pushen.

Auch freut mich natürlich der wachsende Rückhalt meiner Fangemeinde auf meinen Social Media Kanälen
Julia Rick on Facebook

Dein aktueller Wegbegleiter ist das Ronix QTM „Julia Rick – Pro Model“.
Warst du direkt an der Entwicklung des Boards beteiligt?

Ich bin natürlich sehr stolz über mein erstes eigenes Pro Model, das weltweit verkauft wird! Damit bin ich die erste und einzige deutsche Fahrerin, die ein internationales Pro Model erhalten hat. Da alles sehr kurzfristig entschieden wurde, konnte ich aber nur wenig Einfluss nehmen.

Wir von Wakeboard-Test sind immer auf der Suche nach Insider Informationen.
Wie würdest du diese Board beschreiben? Was zeichnet es am meisten aus?

Es ist ein super Allround Board und eignet sich sowohl für das Fahren hinterm Boot, als auch fürs Cable! Tip und Tail sind etwas weicher, der Kern des Boards ist jedoch steif genug, um einen harten Cut für Air Tricks aufzubringen. Es ist sehr schnell auf der Kante und löst sich gut vom Wasser. Es lässt sich sehr gut auf Obstacles pressen, ist also für Obstacle Tricks und für Air Tricks bestens geeignet!


Julia wie bereitest du dich auf deine Saison 2016 vor? In Deutschland ist es ja in den Monaten Jan – April meistens noch etwas frisch. Bist du das ganze Jahr am Bleibtreusee unterwegs?

In Deutschland ist es eigentlich die Hälfte des Jahres (November bis April) zu kalt um richtig zu trainieren. Daher bin ich von April bis Oktober immer am Bleibtreusee unterwegs, wenn ich nicht gerade wegen eines Wettbewerbs oder eines anderen Events auf Reisen bin. Im Zeitraum von November bis April versuche ich jedoch so oft es geht zu verreisen und möglichst viel Zeit im warmen zu verbringen. Ich trainiere sehr gerne in Asien, z.B. in Thailand oder auf den Philippinen, da die Trainingsbedingungen dort perfekt sind.

Welche Wettbewerbe wirst du in 2016 fahren?

Es stehen noch nicht alle Termine im offiziellen Wettkampfkalender fest, aber ein paar Wettbewerbe sind bereits fest eingeplant. Ich möchte natürlich wieder meine Titel bei den Deutschen- Europa- und Weltmeisterschaften verteidigen. Dieses Jahr gibt es übrigens wieder bei beiden Verbänden Weltmeisterschaften, es wird also eine lange Wettkampfsaison. Auch möchte ich wieder den World Cup gewinnen. Zudem stehen noch andere wichtige internationale Events, wie z.B. Speedpilots nahe München oder Plastic Playgrounds in London an.


Welche Ziele hast du dir für die Zukunft gesteckt?

Erst einmal möchte ich auch 2016 wieder eine fulminante und ungeschlagene Saison hinlegen, das wäre natürlich Wahnsinn! Allgemein ist Gesundheit das Wichtigste und dafür benötigt man auch immer etwas Glück, um verletzungsfrei zu bleiben. Abseits der Wettkämpfe möchte ich mich persönlich und sportlich weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, das Level der Frauen im Wakeboarden weiterhin zu pushen und weiterhin neue Tricks zu stehen. Auch möchte ich die Sportart Wakeboarden insgesamt bekannter machen und in die Medien bringen.


Julia wen siehst du als deine größten Konkurrenten an?

Ehrlich gesagt bin momentan nur ich selbst meine größte Konkurrenz. Mental wird es natürlich nicht leichter, je länger die Siegesserie wird. Aber wenn ich meine mentale Stärke behalte und meine Tricks lande, sieht es gut aus. Letzte Saison habe ich jeden Wettkampf mit meinem ersten Finallauf gewonnen und das soll auch so bleiben.

Wakeboard-Test Fazit

Wakeboard-Test zieht den Hut vor dir und deiner Leistung aus der Vergangenheit. Wir wünschen dir für die Saison 2016 nicht nur viel Glück sondern viel Gesundheit und denselben Elan wie aus den vergangenen 3 Jahren.

Vielen Dank für die netten Worte und das Interview! Hat mich sehr gefreut und ich freue mich auf die Saison 2016!

#TeamWakeboardTestde


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